| Mennoniten |
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Mennoniten – damals und heute 1523 bis 1525 entstand in Zürich die älteste evangelische Freikirche die konfessionellen Wurzeln der Mennoniten liegen in der Reformationszeit, sie haben ihren Ursprung in der Täuferbewegung, geographisch gesehen liegen ihre Ursprünge in der Schweiz besondere Kennzeichen der Bewegung waren und sind es auch heute noch: » freiwillige Mitgliedschaft durch Taufe nicht an unmündigen Kindern, sondern des mündigen Menschen « auf das Bekenntnis des persönlichen Glaubens, die verbindliche Gemeinschaft die Ablehnung von Gewalt sowie Verweigerung des Eids und starkes Autonomiestreben auf allen Ebenen (Individuum, Gemeinde)
den heute weltweit gebräuchlichen Namen „Mennoniten“ erhielten sie nach Menno Simons, ehemaliger katholischer Priester * 1496 in Witmarsum/Friesland + 1561 in Wüstenfelde bei Bad Oldesloe/Holstein
der Name „Mennoniten“ war zugleich auch ein Schutzname, denn auf „Wiedertäufer“ stand die Todesstrafe 1525 erste Taufe eines Erwachsenen, der schnell weitere folgten, sie erlebten als „Wiedertäufer“ gebrandmarkt, vehementen Widerstand und brutale Verfolgung durch die damalige kirchliche und weltliche Herrschaft in ganz Mitteleuropa wurden Zehntausende hingerichtet viele Menschen und ganze Familien flohen bzw. wanderten aus ihrer Heimat aus und ließen sich insbesondere in den Weichselniederungen der späteren Provinz Westpreußen für längere Zeit nieder Der Glaube der Täufer 1. Nachfolge Jesu Christi aufgrund der Wiederentdeckung der Bibel und ihrer zwinglischen Herkunft betonten sie, dass christlicher Glaube Nachfolge Jesu Christi sei und ohne Ausnahme und für alle Lebensbereiche, nicht nur das private, sondern auch für das öffentliche Leben gelten sollte der Geist der Bergpredigt wurde nicht als Gesetz, sondern als das dem Glauben Selbstverständliche aufgefasst 2. Gemeinde mündiger Christen die Nachfolge konnte nur von denen erwartet werden, die den Ruf Jesu hörten und bereit waren, ihm zu folgen diese Bereitschaft war die Voraussetzung für die Mitgliedschaft in einer Gemeinde, sie wurde in der Glaubenstaufe bekundet zugleich wurde damit die eigene Verantwortung im Dienst der Gemeinde übernommen die geistliche Vollmacht lag bei der versammelten Gemeinde, nicht in der übergeordneten Organisation oder im Bischofsamt 3. Christliche Freiheit die Trennung von Kirche und Staat war für die Täufer ein Ausdruck der „Freiheit eines Christenmenschen“ mit der Eidesverweigerung bekundeten die Täufer, dass es für sie keine andere letzte Bindung als die des Gewissens an Gott gibt in der Auseinandersetzung von Kirche und Gesellschaft bekannten sie sich als Untertan nicht nur der christlichen, sondern jeder Obrigkeit, andererseits aber auch Freiheit zur Mission um 1780 warb Hauptkolonistenwerber Georg von Trappe unter den Mennoniten in Westpreußen mit großartigen Landangeboten für Rußland. Viele mennonitische Familien folgten dem Angebot
- auf Einladung von Katharina II. bzw. Paul I., also Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wanderten in einer weiteren großen Auswanderungswelle Tausende der Mennoniten von Westpreußen - niederländisch-niederdeutscher Herkunft - nach Südrußland aus - Anfang des 19. Jahrhunderts: nach und nach Aufgabe der gewaltfreien Positionen, erst nach dem zweiten Weltkrieg setzte eine Neubesinnung ein ab 1917 erneut Verfolgungswellen, sie trieben die Mennoniten u.a. nach Mexiko, Honduras, Paraguay, Brasilien und Bolivien dort lebt der plattdeutsche Dialekt bei den ausgewanderten Siedlern bis heute weiter
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| Letzte Aktualisierung ( 22.05.2006 ) | |||



