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Aus der Geschichte Polens

Die Volksrepublik Polen hat eine Fläche von 312.685 km² und zählt 39. Mio. Einwohner.
Nach Schätzungen leben 10 bis 15 Mio. Polen oder Personen polnischer Abstammung außerhalb der polnischen Grenzen. Was Nationalitäten anbelangt, ist Polen ein nahezu einheitliches Land; nationale Minderheiten zählen nur ca. 1. Mio. Einwohner.
Polen ist ein typisches von der Eiszeit geformtes Tiefebenenland.
Es ist landschaftlich ähnlich gegliedert wie Deutschland, d.h. von der wenig gegliederten Küste im Norden aus folgen Flachland mit der Seenplatte des Baltischen Landrückens, das Mittelpolnische Urstromtal, Mittelgebirge (die polnische Platte) und schließlich das Hochgebirge (Sudeten) und die zu den Karpaten gehörende Hohe Tatra.
Der längste Fluss ist die Weichsel (Wisla) – 1.047 km, andere wichtige Flüsse sind Oder (Odra) und die Warthe (Warta). In Polen gibt es eine enorme Anzahl von ca. 9.300 großen Seen.
Polen ist ein Land mit industriell-landwirtschaftlichem Charakter. Es befinden sich hier große Vorkommen an Naturrohstoffen wie Stein- und Braunkohle, Kupfer, Zink und Schwefel.

 

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Woiewodschaften

 

Geschichtlicher Hintergrund

im 9. Jahrhundert wurde das Gebiet des heutigen Polen von westslawischen Stämmen besiedelt um 950 der dänische Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus berichtet von einem Wikingereinfall im Samland

966 Adalbert von Prag unternimmt den ersten Christianisierungsversuch und stirbt als Märtyrer

1009 der zweite Christianisierungsversuch durch Brun von Querfurt, er erleidet das gleiche Schicksal wie Adalbert von Prag

im 12./13.Jahrhundert kamen im Zuge der so genannten Ostsiedlung zahlreiche Siedler aus dem Deutschen Reich ins Land in diesem Zeitraum begann der Konflikt mit dem Deutschordensstaat um die Vorherrschaft im Ostseeraum

1306 wurde der polnische Staat durch König Wlasyslaw Loketek vereinigt

1386 entstand nach der Heirat des litauischen Großfürsten Wladyslaw II. Jagietto mit der polnischen Königin Jadwiga das Großreich Polen – Litauen

1410 in der Schlacht bei Tannenberg unterliegt der Deutsche Orden dem vereinigten polnisch-litauischem Heer durch diesen Sieg errangen sie die Vorherrschaft im Ostseeraum für sich das polnisch-litauische Großreich wurde zur Führungsmacht in Ostmitteleuropa

1572 erlosch die mächtige Dynastie Polen wurde zur Wahlmonarchie, der Adel zur bestimmenden politischen Kraft Schwächung des Landes durch ausländische Könige und divergierende Interessen des polnischen Adels Polen geriet unter Einflussnahme der Nachbarstaaten, besonders Rußlands

1772, 1793, 1795 – in drei polnischen Teilungenteilten Russland, Preußen und Österreich das Land vollständig unter sich auf der polnische Staat verschwand für 123 Jahre von der politischen Landkarte

1918 konnte Polen durch die Ereignisse und Entwicklungen des Ersten Weltkrieges seine staatliche Unabhängigkeit wiedergewinnen und es erfolgte die
Wiedergründung Polens, es begann das Zeitalter der „Zweiten Republik“, welches durch innere und äußere Schwierigkeiten gekennzeichnet waren

1939 mit dem Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen am 01.09.1939 wurde der polnische Staat erneut vollständig und mit grausamer Härte zerschlagen und von der Wehrmacht und der Roten Armee besetzt (diesen Überfall hatten Hitler und Stalin kurz zuvor in einem Geheimprotokoll beschlossen) dieses Ereignis hat sich tief in das Denken der Polen eingegraben und ist für das Verständnis der deutsch-polnischen Beziehungen äußerst wichtig

 

Zeitgeschichte

1945 auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam wird Polen am grünen Tisch nach Westen verschoben, als Westgrenze Polens wird die Oder-Neiße-Linie festgelegt die Sowjetunion erhält große Teile Ostpolens, im Austausch dafür kommen ehemalige Gebiete des Deutschen Reichs zu Polen, Millionen Deutscher und Polen werden gen Westen umgesiedelt

1950 erkennt die DDR die Oder-Neiße-Grenze an

1955 wird Polen in den Warschauer Pakt eingebunden

1970 schließen die Bundesrepublik Deutschland und Polen einen Vertrag zur Normalisierung der Beziehungen

1978 wird Johannes Paul der II. nach über 400 Jahren der erste nicht aus Italien stammende Bischof zum Papst gewählt es ist der Pole Karol Wojtyla

1989 finden erste halbfreie Wahlen in Polen statt, aus denen die Kommunisten als klare Verlierer hervorgehen Tadeusz Mazowiecki wird erster nicht kommunistischer Premierminister Polens

1990 erkennt das vereinte Deutschland endgültig die Oder-Neiße-Grenze an, Lech Walesa wird Staatspräsident Aleksander Kwasniewski folgt 1995

1997 beschließt das Parlament Polens eine neue Verfassung, die in einer Volksabstimmung bestätigt wird im September 2001 – den letzten Parlamentswahlen – geht die SLD (Bündnis der Demokratischen Linken) als Sieger hervor, Parteivorsitzender Leszek Miller ist amtierender Ministerpräsident

für den 01. Mai 2004 ist gemäß Beschluss des Kopenhagener Gipfels vom Dez. 2002 der EU-Beitritt Polens vorgesehen im Juni 2003 hat sich die polnische Bevölkerung im Rahmen eines Referendums mehrheitlich für den EU-Beitritt ausgesprochen

 

Alltagsleben

Religion

Etwa 95 % der polnischen Bevölkerung ist römisch-katholischen Glaubens, starke Verbindung von Glauben und Alltagsleben – man spricht vom polnischen Katholizismus (sonst nur in Irland und Italien anzutreffen)
- neben den Katholiken leben in Polen Menschen orthodoxen, byzantinisch-ukrainischen, protestantischen, jüdischen und anderen Glaubens
- während auf dem Lande auch heute noch die traditionelle Volksfrömmigkeit herrscht, haben in den Städten immer mehr westeuropäische und us- amerikanische Kulturtrends Einzug gehalten
- 1996 bekannten sich nur noch 49 % der Befragten dazu, regelmäßig in die Kirche zu gehen und zu beten

Familie

- traditionell spielt in Polen die Familie eine große Rolle
- polnische Kinder sind länger und vielseitiger von den Eltern abhängig
- die Familie ist in Polen ein sicherer Bezugspunkt für Jugendliche als in Deutschland

Kultur

- die polnische Kultur ist eng verknüpft mit der politischen Geschichte Polens
- in Bereichen, wie Literatur, Musik und Kunst, versuchen immer wieder Künstler, den Kampf um die Unabhängigkeit mit ihren Mitteln zu unterstützen z. B. die nationalen Gedichte von Adam Mickiewicz, die Historienmalerei von Jan Matejko oder die frühen Klavierwerke von Frederic Chopin

 

Letzte Aktualisierung ( 20.05.2006 )