Weichseldelta Das Mündungsgebiet der Weichsel ist aus den Ablagerungen aufgebaut, die durch die Flüsse Weichsel, Nogat, Elbinger Weichsel und Danziger Weichsel herangeführt worden sind.Auch die Tätigkeit des Menschen begünstigte die Deltabildung. Das Weichseldelta ist durch die Flussarme Weichsel (pl.: Leniwka) und Nogat in drei Teile gegliedert, die man als Danziger, Großes und Kleines Werder bezeichnet. Das Gebiet mit einer Fläche von 700 km² zwischen den Armen der Weichselmündung sowie dem Frischen Haff und der Danziger Bucht wird als Großes Werder bezeichnet.Es ist ein landwirtschaftliches Gebiet mit vorwiegend fruchtbaren Böden.Nur ab und zu kommt sumpfiger Boden vor. Die im Laufe mehrerer Jahrhunderte durchgeführte Regelung der Wasserverhältnisse hat die Entwicklung der Landwirtschaft sehr begünstigt. | | Die ursprüngliche Fluss- und Sumpflandschaft sowie feuchte Wälder wurden zu bestellbaren Feldern und Wiesen umgewandelt, die von Kanälen durchschnitten und von Deichen vor dem Hochwasser geschützt werden. Diese Beschreibung des Landschaftsbildes mag veranschaulichen, wie sehr Menschen bei der Gestaltung der Kulturlandschaft dieser Region mitwirkten. Wohl nirgendwo anders – ich denke hier an die übrigen Gebiete Polens – war das Leben der Menschen so stark von der Umwelt beeinflusst. | | Alle Tätigkeiten des Menschen, die Wahl des Wirtschaftens, der Ackerbau und die Bauweise waren der Umwelt untergeordnet. Eine nicht weniger bedeutende Rolle bei der Gestaltung spielten die historischen Umstände. | Sie haben dazu geführt, dass das Weichseldelta schon seit dem Mittelalter bis in die neueste Zeit hinein zur Heimat deutscher und niederländischer Ansiedler wurde. Schon Mitte des 16. Jahrhunderts kamen holländische Ansiedler, vorwiegend Mennonitenin die Weichselniederung. Die Mennoniten haben daraus – dank dem Einsatz mehrerer Generationen – das fruchtbarste landwirtschaftliche Gebiet in ganz Europa gemacht. Die Geschichte bewirkte aber auch, dass sie nach fast 400 Jahren das Weichseldelta verlassen mussten, und obwohl schon beinahe 60 Jahre seit ihrer Vertreibung vergangen sind, sind die Spuren ihrer Anwesenheit noch zu sehen. Dazu zählen wir vor allem die für diese Region typischen Wohnbauten (Vorlaubenhäuser) aus Holz, wovon z. B. einige durch den Baumeister Peter Loewen um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert erbaut wurden. |  |  | Der ländliche Wohnbau aus Holz gewinnt auch in der heutigen Zeit immer mehr Beachtung in der Fachliteratur. Sein Charme und seine Einzigartigkeit werden von vielen Autoren sehr geschätzt. Die Tatsache, dass Laubenhäuser als Baudenkmäler anerkannt und unter staatlichen Denkmalschutz genommen wurden, ermöglicht die Wiederherstellungsarbeiten an den wertvollsten Objekten. Das Weichseldelta gehört wohl zu den am wenigsten bekannten Regionen Polens. Nur wenigeBürger und Ethnografen wissen darüber. | | Erstaunlich ist nur, dass es fast 60 Jahre nach der Angliederung dieses Gebietes immer noch keine ausreichende Monografie über die Architektur dieser Region gibt, geschweige denn über die Geschichte der Ansiedlung. |
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Letzte Aktualisierung ( 26.05.2006 )
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